Dankbarer Rückblick auf Dr. Inge Herolds schöne Weihnachtslesung
Für viele ist sie der Höhepunkt im Advent. Ein besinnliches, amüsantes und angenehm unaufgeregtes Erlebnis in dieser sonst so stressigen Zeit: die Weihnachtslesung von Inge Herold. Zum zwölften Mal hat sie am Donnerstagabend in einem majestätisch wirkenden Stuhl sitzend im Edinger Schlösschen Gedichte und Geschichten vorgelesen.
Der schmucke Saal war voll besetzt und das Publikum hing Inge Herold an den Lippen. Für viele ist diese Lesung längst Tradition. Den Beginn machte eine Art Anleitung, wie man sich an Weihnachten richtig streitet und was für Krisen es rund um die Feiertage gibt. Nicht nur bei dieser Geschichte musste das Publikum zwischendurch schmunzeln oder herzhaft lachen. Auch als Inge Herold von der Gans erzählte, die eigentlich als Weihnachtsbraten enden sollte, dann aber Teil der Familie wurde, wurde einem warm ums Herz.
Weniger fröhlich, dafür tiefgehend und auf andere Art ergreifend, waren Gedichte und Geschichten aus der Nachkriegszeit. Auch in diesen düsteren Zeiten, in denen die Familien kaum etwas hatten, gab es das eine oder andere Weihnachtswunder, über das Inge Herold las. Auch Volkssagen etwa aus der Toskana und Mexiko waren Teil des Abends.
Unterstützt wurde Inge Herold von ihren Enkelinnen Alma und Ida, die ihr assistierten, einen Adventskalender mit kleinen Anekdoten und Sprüchen zu öffnen. Den Abend beschloss Herold mit dem Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff, das in ihrer Familie eine lange Tradition hat. Und das einige leise mit murmelten.
Nicht nur die Zuhörerinnen und Zuhörer, auch Schlösschenfördervereinsvorsitzender Hans Stahl und sein Team freuten sich über den schönen Abend. In der Pause reichte der Verein Plätzchen und Punsch, um die Weihnachtsstimmung perfekt zu machen.
„Bleibt dem Schlösschen treu, wir haben noch viel vor“ sagte Vorstandsmitglied Maryvonne Le Flécher zum Abschied mit Hinweis auf das Nachbargrundstück, auf dem im kommenden Jahr ein kleiner Park entstehen soll. Möglich gemacht hat ihn, wie auch die Lesung, der Schlösschen-Förderverein. Dann ging es hinaus in die dunkle Nacht, eingestimmt auf die gnadenbringende Zeit, die nun bevorsteht. (Text: Edda Nieber, RNZ - Fotos: Michael Neukirch)